Die 12 häufigsten Symptome in den Wechseljahren?
Die Wechseljahre bringen viele Veränderungen mit sich – manche klein, andere deutlich spürbar. Aber keine Sorge: Damit bist du nicht allein. Hier findest du die häufigsten Symptome im Überblick.
Die Umstellung in den Wechseljahren dauert nicht nur ein paar Monate – oft zieht sie sich über Jahre. Manche Beschwerden sind nur lästig, wie trockene Augen oder häufiger Harndrang. Andere können dein Wohlbefinden stärker beeinträchtigen. Hier erfährst du, welche Anzeichen typisch sind – und welche dich vielleicht überraschen.
1. Unregelmäßige Periode
Eine unregelmäßige Periode gehört zu den ersten typischen Anzeichen der Perimenopause. Das liegt daran, dass der Östrogenspiegel bestimmt, wie häufig und wie stark unsere Blutungen sind. Plötzlich kann die Periode kürzer oder länger, seltener oder häufiger auftreten – und auch die Stärke der Blutung kann sich verändern.
2. Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen
Viele Frauen erleben in den Wechseljahren Hitzewallungen oder starkes Schwitzen in der Nacht: 8 von 10 Frauen ergeht es so. Bei rund 10 % passiert das sogar sehr oft, mehr als sieben Mal täglich! Grund dafür ist, dass Östrogen normalerweise die Körpertemperatur reguliert. Schwanken die Hormone stark, kann es zu plötzlichen Hitzeschüben kommen.
3. Vaginale Trockenheit
Östrogen hält die Vaginalschleimhaut normalerweise elastisch, dick und gut durchfeuchtet. Es sorgt dafür, dass das natürliche Gleichgewicht der Bakterien erhalten wird. Sinkt der Hormonspiegel in den Wechseljahren, kann es zu vaginaler Trockenheit kommen, die Juckreiz, Brennen oder Schmerzen beim Sex verursachen kann.
4. Stimmungsschwankungen
Stimmungsschwankungen gehören zu den typischen Begleiterscheinungen der Wechseljahre: Stress, Angst oder Reizbarkeit treten stärker auf als gewohnt. Schuld sind unter anderem Östrogen-Rezeptoren im Gehirn, die empfindlich auf sinkende Hormonspiegel reagieren. Auch Schlafstörungen oder andere Faktoren können die Stimmung beeinflussen.
Dr. G. Thomas Ruiz: „Es kann überwältigend sein, mit den verschiedenen Emotionen umzugehen – besonders, wenn gleichzeitig körperliche Veränderungen auftreten. Wer auf gesunde Gewohnheiten achtet, kann die emotionale Belastung oft verringern.“
5. Probleme beim Ein- und Durchschlafen
Viele Frauen wachen nachts schweißgebadet auf und finden nur schwer wieder in den Schlaf – Schlafprobleme sind in den Wechseljahren also normal; Stress oder Stimmungsschwankungen verstärken dieses Symptom zusätzlich. Außerdem verändert die Menopause die Produktion von Melatonin, dem Hormon, das deinen Schlaf-Wach-Rhythmus steuert.
6. Probleme mit der Blase oder häufiger Harndrang
Östrogen sorgt dafür, dass Blase und umliegendes Gewebe stark bleiben. Sinkt der Spiegel in den Wechseljahren, kann die Blase nachgeben. Das zeigt sich zum Beispiel durch plötzlichen Harndrang, kleine Oops-Momente beim Sport, Lachen oder Niesen. Manche Frauen müssen auch öfter auf die Toilette oder haben häufiger Blasenentzündungen.
7. Gewichtszunahme
„Viele Frauen bemerken in den Wechseljahren eine Gewichtszunahme, besonders am Bauch“, erklärt Dr. Kecia Gaither, M.D., OB/GYN und Director der Perinatalversorgung und Neugeborenenbetreuung an der NYC Health + Hospitals in New York. Das liegt zum Teil daran, dass der Stoffwechsel langsamer wird. Außerdem beeinflussen die Hormone, wo das Fett landet: Wenn Östrogen und Progesteron sinken, wird Fett eher am Bauch gespeichert als an Hüften oder Oberschenkeln.
8. Weniger Lust auf Sex
In der (Peri-)Menopause berichten über ein Drittel der Frauen von sexuellen Veränderungen. Die Ursachen dafür sind sowohl körperlich als auch psychisch: Weniger Blutfluss zu den Genitalien und niedrigere Östrogenspiegel im Gehirn können die Lust verringern. Gleichzeitig können Stimmungsschwankungen oder ein verändertes Körpergefühl das sexuelle Verlangen verringern.
9. Konzentrationsschwierigkeiten oder „Brain Fog“
Du gehst in ein Zimmer und plötzlich ist alles weg – warum bist du hier? Oder der Name einer alten Freundin fällt dir erst nach ein paar Sekunden wieder ein? Willkommen beim Brain Fog! Konzentrations- und Gedächtnisprobleme sind typische Begleiter der Wechseljahre, da bestimmte Hirnregionen, die auf Östrogen-Rezeptoren angewiesen sind, nun weniger unterstützt werden.
10. Haarausfall oder dünner werdendes Haar
Die Hormonumstellung wirkt sich nicht nur innerlich aus, sondern auch äußerlich. Östrogen sorgt dafür, dass Haarfollikel aktiv bleiben. Mit sinkendem Hormonspiegel kann das Haar dünner werden, an Fülle verlieren und sich in der Textur verändern.
11. Gelenk- und Muskelschmerzen
Gelenk- und Muskelschmerzen sind typische Begleiter der Wechseljahre – auch ohne Sport oder körperliche Anstrengung. Es kann außerdem sein, dass du dich steif fühlst oder an Kraft verlierst. Laut Dr. Natasha Trentacosta, Expertin für Sportmedizin und Orthopädie in Los Angeles, hängt das oft mit dem sinkenden Östrogenspiegel zusammen. Denn Östrogen schützt normalerweise den Gelenkknorpel und hilft, Entzündungen in Schach zu halten. Sinkt der Hormonspiegel, verlieren die Gelenke ihre „Stoßdämpfer-Funktion“ und die Muskeln sind zusätzlich belastet.
12. Herzklopfen oder Herzrasen
Auch das Herz spürt die Hormonveränderungen: Östrogen hilft, den Herzrhythmus zu steuern. Deshalb kann es passieren, dass wir unser Herz plötzlich stärker spüren – als Pochen, Hüpfen oder Flattern in der Brust. Reagieren wir darauf ängstlich oder mit Hitzewallungen, kann es sogar verstärkt werden.
Dr. Ruiz erklärt: „In den meisten Fällen ist Herzrasen harmlos, besonders wenn es nur kurz auftritt oder mit Hitzewallungen zusammenhängt. Bei häufigem oder stärker werdendem Herzrasen sollte aber sicherheitshalber ärztlicher Rat eingeholt werden.“
Dieser Inhalt dient nur zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung dar. Er sollte nicht als Ersatz für den Rat eines Arztes/einer Ärztin oder eines medizinischen Fachpersonals betrachtet werden.