Achtsam essen und geniessen
Dein 7-Tage-Plan

Wer die Wahl hat …
Pro Tag trifft jeder von uns rund 220 Entscheidungen rund ums Essen – was, wann, wie viel, wie schnell …
Glaubst du nicht? Ist aber so! Zum Frühstück Müsli oder Brot? Haferflocken oder Schokomüsli? Vollkornbrot, Toast oder doch lieber ein Brötchen? Was kommt drauf? Frühstücke ich zu Hause oder auf der Arbeit? Nehme ich mir 10 Minuten Zeit oder arbeite ich nebenbei weiter? Meist triffst du diese Entscheidungen ganz unbewusst.
Heute verraten wir dir, warum wir essen, was unsere Essentscheidungen beeinflusst und wie es dir gelingt, in Zukunft bewusster und langsamer – eben achtsam – zu essen!
Warum wir essen!
Babys und Kleinkinder essen, weil sie hungrig sind, und hören auf, wenn sie satt sind. Je älter wir werden, desto weniger achten wir auf diese Hunger- und Sättigungssignale. Vielmehr essen wir, weil es uns schmeckt oder wir bestimmte Gewohnheiten haben.
Isst du beispielsweise das zweite Stück Pizza, weil es so lecker ist? Den Schokoriegel, weil du ihn gerade in der Schreibtischschublade gefunden hast? Gönnst du dir auf dem Heimweg beim Bäcker ein Stück Kuchen und isst trotzdem eine Stunde später zu Abend, weil jetzt halt Abendessenzeit ist? Statt angenehm satt und fit fühlst du dich dann vielleicht aufgebläht, müde und überfuttert. Wenn du dich aber vor dem Essen fragst, ob du wirklich hungrig bist oder vielleicht aus anderen Gründen zugreifst, isst du gleich bewusster.
Was dich beim Essen beeinflusst!
HUNGER: Der Magen knurrt.
NEUGIER: Mal sehen, wie das schmeckt.
KULTUR: Nachmittagstee in Norddeutschland, Weisswurst im Süden.
TRADITION: An Silvester gibt’s immer Raclette.
SOZIALES: Heute Abend mit Freunden zum Essen verabredet.
SÄTTIGUNG: Ich bin total überfuttert.
GESUNDHEIT: Gemüse ist gesund.
GEWOHNHEITEN: Ohne Popcorn kein Kino und nach dem Mittagessen brauche ich was Süsses.
SCHÖNHEITSIDEALE: Ich will schlank sein.
ZEIT: Noch so viel zu tun – es muss schnell gehen.
VERTRÄGLICHKEIT: Milchprodukte vertrage ich nicht.
KRANKHEIT: Für mich heute nur Zwieback.
EMOTIONEN: Glücklich, gestresst, traurig, müde … ich brauche Eis!
ANGEBOTE: Oh, Schokolade ist im Angebot.
GESCHMACK: Mmmh, Pizza!
VERFÜGBARKEIT: Essbares in Sicht- und Reichweite
Achtsam essen - was heisst das eigentlich?
Addierst du täglich Frühstück, Mittag- und Abendessen sowie 2 Snacks, kommst du pro Jahr auf fast 2.000 Mahlzeiten. Was denkst du, wie vielen Mahlzeiten du dabei deine volle Aufmerksamkeit schenkst?
Achtsam essen bedeutet, sein Essen und seine Essgewohnheiten mit allen Sinnen wahrzunehmen. Man nimmt sich Zeit dafür, lässt sich nicht von Smartphone, Computer oder Fernsehen ablenken, achtet auf sein Hunger- und Sättigungsgefühl und nimmt bewusst wahr, wie das Essen schmeckt, riecht, aussieht und sich im Mund anfühlt. Studien zeigen, dass Menschen, die so bewusst essen, mehr geniessen, gute Essgewohnheiten haben UND ihr Körpergewicht besser halten können.
7 Tage achtsam essen
Achte jeden Tag auf etwas anderes und zieh am Ende der Woche ein Fazit, was dir besonders gut getan hat. Vielleicht möchtest du ja das ein oder andere beibehalten und mit in die nächste Woche nehmen.
Tag 1
Nimm dir heute 5 bis 10 Minuten Zeit für deinen Kaffee oder Tee am Morgen und schenke ihm deine volle Aufmerksamkeit.
Tag 2
Nimm dir heute vor, mindestens eine Mahlzeit in völliger Ruhe zu verbringen und verbanne Arbeit, Smartphone und Bücher.
Tag 3
Zähle heute zu Beginn deiner Mahlzeiten eine Weile mit, wie oft du im Schnitt kaust, bevor du herunterschluckst. Versuche den Rest der Mahlzeit jeden Bissen 15–30x zu kauen. Was macht es am Ende des Tages mit deinem Bauch?
Tag 4
Beobachte heute, wie du dich nach dem Essen fühlst. Ist es dein Bauch, der nach einem Nachschlag verlangt? Isst du aus Appetit, Langeweile oder um zu entspannen?
Tag 5
Iss mit geschlossenen Augen. Das fühlt sich zwar bestimmt erstmal komisch an, nach 1 bis 2 Minuten verschwindet der Widerstand aber und du beginnst, dein Essen ganz neu wahrzunehmen.
Tag 6
Verwöhne dich heute mit deinem Lieblingsessen und geniesse es in vollen Zügen. Decke den Tisch, setze dich in Ruhe hin und nimm dir bewusst 10 Minuten mehr Zeit als sonst.
Tag 7
Achte heute mal auf deine Atmung. Atme vor dem Essen ein paar Mal richtig tief ein und aus. Beobachte während des Essens, wie du atmest, wenn du kaust. Und was passiert, wenn du schluckst?